Burgbau-Projekt Guédelon (Burgund)

Im Rahmen der Recherche und Analyse zu unserem Projekt Archäologischer Park Kaiserpfalz Werla stießen wir auf das bislang einzigartige Burgbau-Projekt Guédelon (Burgund) in Frankreich. In Guédelon, 185 km südlich von Paris, wird eine mittelalterliche Burg neu gebaut. Nach den Prinzipien der experimentellen Archäologie werden bei diesem Rekonstruktionsprojekt ausschließlich Techniken aus dem 13. Jahrhundert angewandt. Hier ist insofern im wahrsten Sinne von „living history“ zu sprechen.
Die Bauzeit wurde – ab 1996 - mit ca. 25 Jahren angenommen, so dass noch ca. 13 Jahre Bautätigkeit zu erwarten sind. Das Projekt trägt sich inzwischen selbst, da jährlich über 200.000 Besucher nach Guédelon kommen. Der museumspädagogische Effekt lockt hier u.a. zahlreiche Schulklassen an.
Das Baumaterial stammt aus der unmittelbaren Umgebung:

  • Sandstein aus einem aufgegebenen Steinbruch
  • Holz (Eichen und Kastanien) aus den ausgedehnten Wäldern
  • Eisen wird aus dem eisenhaltigen Sandstein in Brennöfen aus Tonerde erschmolzen
  • Erde: Die Erde der Region Puisaye ist seit Jahrhunderten bekannt für die hervorragende Qualität ihres Tons.

Die Besucher können die Bauarbeiten auf einem Rundweg an den verschiedensten Arbeitsstätten und Werkstattbetrieben hautnah erleben. Darüber hinaus werden Kurse angeboten, in denen die Teilnehmer alles über die Werkzeuge und Handwerkstechniken des Mittelalters lernen können. Bereits jetzt schmieden die Erbauer Pläne für ein angrenzendes, mittelalterliches Dorf und eine kleine Abtei.
Auch in Österreich (Kärnten) wird inzwischen ein ähnliches Projekt verfolgt. Hier soll in Friesach in den kommenden 30 Jahren ebenfalls eine Burg entstehen. Das Projekt soll in den ersten zehn Jahren rund 10,6 Millionen Euro kosten. Geplant ist dabei der Einsatz von 40 Langzeitarbeitslosen.


Bauarbeiten in Guédelon; Quelle: www.guedelon.fr


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